Cambodia Cambodia, im
Herzen Indochinas, grenzt im Westen an Thailand, im
Norden an Thailand und Laos und im Osten an
Vietnam. Von den
heutigen fast 12 Millionen Einwohnern sind 2 Millionen
vietnamesische Fluechtlinge, 2 Millionen Krueppel
und dem Rest geht es nicht viel besser. Schon gleich
nach dem Grenzuebergang
in Poipet wird einem klar, was zu erwarten ist.
Bettelnde Kinder, Alte und Kranke, Dreck und
Taschendiebe – es geht ums reine Ueberleben der
leidenden Bevoelkerung. Los geht's
– wir sitzen auf, unter und neben unserem Gepaeck.
Fuer 152 km von Plopet nach Siem Reap benoetigen wir 7
Stunden. Nicht weit von Siem Reap entfernt befindet sich die Anlage von Angkor mit mehr als 100 Tempeln. Diese wurden in 600 Jahren, zwischen dem 8. und dem 14. Jahrhundert errichtet. Die Baukunst ist sensationell, sowie ein Beweis, dass Genialitaet und Groessenwahn dicht beieinander liegen. Angkor Wat zaehlt mit den Pyramiden oder Machu Picchu in Peru zu den beeindruckensten Bauwerken der Welt. Man kauft sich einen 3-Tagespass, natuerlich in US $, sucht sich die wichtigsten und schoensten Tempel aus, organisiert sich ein Moped mit Fahrer, der auch als Guide fungiert und bildet sich kulturell weiter. Bateay Srei, ein Hindutempel, war 1924 ein Steinhaufen. Er wurde wieder aufgebaut und bietet das feinste Steincarving, vieles dreidimensional, das auf unserem Planeten zu finden ist. The Bayon, mit seinen 54 Tuermen und 214 lachenden Gesichtern ist gewaltig. Ein Dutzend oder mehr Gesichter starren einem immer an. Vielleicht beobachten sie auch nur den alten Monk beim Reinigen der Tempelanlage. Angkor Wat
selbst ist einfach einzigartig. Ob von einem Ballon
in 200 Meter Hoehe, beim Sonnenaufgang
oder waehrend des Tages. Der Tempel und das Mausoleum
fuer Koenig Suryavarman II. ist eine architektonische
und bauliche Meisterleistung. Mein Bedarf an Tempeln war nach 3 Tagen gedeckt. Noch zwei, drei mehr und ich waere dem Buddhismus beigetreten. Es gibt noch
viel zu sehen um Siam Reap. Die lokalen Maerkte, bei
denen man ganz praktisch den Jetzt zur
Trockenzeit muss man von Siem Reap ein Stueck fahren, um
zum groessten See Asiens zu gelangen. Der Tonle'Sap
dehnt sich von 2500 qkm in der Trockenzeit auf 13.000
qkm in der Regenzeit aus. Hier findet man ganze Die Strecke von der Grenze nach Siem Reap war mir eine Lehre. Ich nehme das Schnellboot nach Phnom Penh. 360 km ueber den Tonle'Sap Lake und dann weiter auf dem Sap River in nur 5 ½ Stunden. Die Armen Fischer tun mir leid, sie fliegen fast aus ihren Booten, als wir vorbeidonnern. In Phnom Penh, der Hauptstadt Cambodias, wird man zuerst von Taxifahrern oder Leuten, die dir ein Hotel anbieten vom Boot gezerrt. An jeder Ecke heisst es: "Mr., Mr. do you need a bike?" Nach einem Tag wirkt es schon nicht mehr so aufdringlich. Die Fahrpreise sind auch gleich ausgehandelt und es geht ueber holprige Strassen. Immer wieder kommen auf unserer Seite Fahrzeuge entgegen, doch es scheint sich niemand darueber aufzuregen. Es geht zum Royal Palace mit seinen in der Sonne schimmernden Daechern, zur Silver Pagoda mit ueber 5000 Bodenfliesen in Silber. Dann zum Tuol Sleng Museum und den Killing Fields – Mahnmale der Gewalt und des Schreckens. Von 1975-1978 wurden in der ehemaligen Schule ueber 17.000 Menschen gefoltert und hingerichtet. Auf Schildern wird das Khmer Regime schlimmer als die Nazis hingestellt. Es war schockierend – Einzelheiten und Bilder erspare ich Euch. Weiter geht
es ueber das Mekong-Delta nach Saigon/Vietnam, ich
bekomme Besuch.
Jeden Abend war ich froh gesund im Bett zu liegen. Dankbar in einem Land wie Deutschland geboren worden zu sein und aufzuwachsen. Nicht in einem Land wie Cambodia: Ein Land, in dem jedes 10. Kind stirbt, bevor es 5 Jahre alt wird. Ein Land, in dem es so gut wie keine Schulbildung gibt. Man lieber die Kinder zum Betteln schickt. Ein Land, in dem es 20 % Krueppel gibt. Ein Land, mit 6 Millionen vergrabenen Landminen. Ein Land, mit einer korrupten und unfaehigen Regierung (Unfaehigkeit gibt es nicht nur bei uns). Ein Land, mit einer HIV- positiv- Rate von ueber 40 %. Ein Land, mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung unter 54 Jahre. Ein Land, in das wohl nicht so schnell Frieden einkehren wird. Doch die
Hoffnung stirbt zuletzt, und man kann den armen und
netten Menschen nur wuenschen, 10.03.2003 09:58:19 |